Update zum Beitrag „Das Problem mit den Baustellen…“

2014-09-30_FWD_IMG_2251-dthIm Sep­tem­ber haben wir mit einem Bei­trag am Bei­spiel der aktu­el­len Sper­rung auf dem Fürs­ten­wal­der Damm auf das Pro­blem schein­bar will­kür­lich auf­tre­ten­der Bau­stel­len auf­merk­sam gemacht. Zu unse­rem Bei­trag gab es in den letz­ten Tagen und Wochen eine wei­ter­füh­rende Ent­wick­lung. Eine Zusam­men­ar­beit mit Bezirks­bür­ger­meis­ter Oli­ver Igel ist geplant, aber zunächst der Reihe nach.

Als Reak­tion auf den Brief der Wer­be­ge­mein­schaft Fried­richs­ha­gen e.V. von Tobias Apelt signa­li­sierte der Bezirks­bür­ger­meis­ter Oli­ver Igel, dass das Bezirks­amt eben­falls ein Inter­esse an der zeit­ge­rech­ten Infor­ma­tion über geplante Maß­nah­men hat. Lei­der war aber auch das Tief­bau­amt nicht über den Zeit­punkt der Bau­maß­nah­men infor­miert. Er emp­fahl, unsere Beschwerde auch den Was­ser­be­trie­ben vor­zu­tra­gen. Unsere Ant­wort hier unge­kürzt:

Hallo Herr Igel

Ich musste doch ein wenig über­le­gen, ob und wie ich ant­worte. Ich ver­stehe Ihren Ansatz gut und Sie haben Recht, die Was­ser­be­triebe müs­sen unse­ren Ärger auch abbe­kom­men. Das müss­ten wir nach­ho­len. Die Frage ist, wol­len wir das? Bringt das etwas?

Warum bekom­men Sie unse­ren Ärger?

Weil wir als „Anwoh­ner“ uns nicht auf das Ver­ständ­nis der Was­ser­be­triebe ver­las­sen kön­nen? Weil wir ahnen, dass es dort nie­man­den inter­es­siert? Weil wir wis­sen, egal was wir tun, die Was­ser­be­triebe kön­nen wei­ter­ma­chen und für uns ändert sich aktu­ell nichts und auch zukünf­tig wer­den pri­vate Inves­to­ren im öffent­li­chen Stra­ßen­land, wie die Was­ser­be­triebe oder die BVG, sich genau so ver­hal­ten, wie wir es hier wie­der erle­ben.

Wir kön­nen uns also nur an Sie wen­den, denn nur Sie als Bür­ger­meis­ter oder als Poli­ti­ker haben ein Inter­esse an den Belan­gen vor Ort. Sie müs­sen die­ses Inter­esse haben, ansons­ten funk­tio­niert das Sys­tem bald gar nicht mehr. Erst wenn mit der Geneh­mi­gung einer sol­chen Bau­stelle eine sofor­tige Info an die Anwoh­ner geht, erst wenn Infor­ma­ti­ons­fris­ten prüf­bar und vor Allem bei Ver­let­zung die­ser mit ent­spre­chen­den Maß­nah­men geahn­det wer­den kön­nen, erst dann kann man vor sol­chen Hauruck-​Aktionen eini­ger­ma­ßen sicher sein. Die­ses kann aber nur von der Poli­tik oder der Ver­wal­tung her­bei­ge­führt wer­den. Eine frei­wil­lige Ver­pflich­tung der Fir­men ist unwahr­schein­lich. Das Pro­blem ist doch, unser nach­träg­lich her­vor­ge­brach­ter Ärger, führt doch nicht zur Lösung, son­dern hat wie­der nur den Anschein der ewi­gen Nör­ge­lei. „immer diese Wut­bür­ger“

Das wol­len wir nicht!!!! Diese Bau­stel­len sind wich­tig und rich­tig!! Nur eben völ­lig unge­eig­net für eine Über­ra­schung!

Ich bin mir sicher, Ihnen ist klar, dass es uns vor der künf­ti­gen Bau­stelle BVG und Böl­sche­s­traße graust. Wann sol­len wir denn unsere Sorge und unse­ren Frust los­wer­den? Jetzt? Damit wir wie­der die Nörg­ler im Vor­feld sind, obwohl wir die Bau­stelle inhalt­lich begrü­ßen? Hin­ter­her? Wenn, wie im aktu­el­len Fall, alles zu spät ist? Die Bau­stelle nicht mehr auf­ge­hal­ten oder ver­än­dert wer­den kann und wir wie­der über­rascht wur­den? Das „wir“ bezieht Sie mit ein! Denn offen­sicht­lich ist ja auch das Amt über­rascht. Da stellt sich doch die Frage, was lenkt eigent­lich die Behörde mit dem Namen „Ver­kehrs­len­kung“ oder wer regiert eigent­lich wen? Das Amt eines Bür­ger­meis­ters die Fir­men oder anders­herum.

Ich bitte um Hilfe! Um Unter­stüt­zung und Ver­ständ­nis. Ich frage Sie: wann ist der rich­tige Zeit­punkt, um sich zu mel­den? Und wie erfah­ren wir, wann die nächste Über­ra­schung kommt, auf die wir eher hät­ten reagie­ren sol­len?

Ich will nicht in der Rolle des ewig Anpran­gern­den ver­har­ren. Ich möchte mit Ihnen zusam­men einen Weg erar­bei­ten, wie sol­che Pro­zesse kos­mo­po­li­tisch, der heu­ti­gen Zeit ange­passt, gelöst wer­den kön­nen, ohne den Inves­ti­ti­ons­wil­len der Fir­men zu bre­chen aber eben auch so, dass die Akteure vor Ort die Chance haben sich ein­zu­stel­len und die Vor­ha­ben posi­tiv zu beglei­ten!

Ich habe ver­stan­den, dass Sie und das BA bereit sind die Infor­ma­ti­ons­po­li­tik zu ver­bes­sern. Ich bitte Sie, las­sen Sie uns das gemein­sam machen. Aber ich bitte auch um Reform­wil­len bei den Ver­fah­ren. Denn nur wer trans­pa­rent infor­miert, fin­det Unter­stüt­zung vor Ort und das tut allen gut! Wir kön­nen in Treptow-​Köpenick Vor­rei­ter einer neuen Bür­ger­po­li­tik wer­den, aber das geht nur gemein­sam.

Kämp­fe­ri­sche Grüße

Tobias Apelt

Ein wei­te­res Gespräch gab es dann bei der Bür­ger­meis­ter­sprech­stunde im Rat­haus Fried­richs­ha­gen. Dabei wurde in einem anre­gen­den Gespräch ein gemein­sa­mes Vor­ge­hen von Bezirks­bür­ger­meis­ter Oli­ver Igel und der Wer­be­ge­mein­schaft Fried­richs­ha­gen e.V. gegen die man­gelnde Infor­ma­ti­ons­po­li­tik von Unter­neh­men bei Bau­vor­ha­ben beschlos­sen.

Vor­ha­ben, die deut­li­chen Ein­fluß auf die Lebens­qua­li­tät der Bür­ger vor Ort und der Gewer­be­trei­ben­den haben, die gewach­sene Struk­tu­ren im Kiez durch­bre­chen, müs­sen recht­zei­tig ange­kün­digt wer­den.

Als nächs­tes wird es zwei gemein­same Schrei­ben geben. Eines geht an die Ber­li­ner Was­ser­be­triebe und ein zwei­tes an die Ver­kehrs­len­kung Ber­lin. Das ist die Behörde, die Ver­kehrs­ein­schrän­kun­gen geneh­migt und dies teil­weise ohne Infor­ma­tion an das Bezirks­amt tut.

Diese Schrei­ben wer­den unsere gemein­same Posi­tion dar­stel­len und um Stel­lung­nahme bit­ten. Wir hal­ten Sie auf dem Lau­fen­den.

 

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